Arzneiverordnungsreport kritisiert Hochpreispolitik für Innovationen

Der Apothekenumsatz für patentgeschützte Arzneimittel hat sich zwischen 2008 und 2018 auf 471 Euro je Verordnung verdreifacht. Mit 19,8 Milliarden Euro entfallen fast 50 Prozent der GKV-Arzneimittelausgaben auf patentgeschützte Medi­ka­mente, die men­gen­mäßig jedoch nur einen Anteil von 6,4 Prozent aller abgege­be­nen Arz­nei­mit­tel­packungen haben, stellen die Autoren des jüngsten GKV-Arz­nei­ver­ord­nungs­reports fest. Die Hochpreispolitik der pharmazeutischen Industrie führe dazu, dass sich das Gros des patentgeschützten Umsatzes auf immer weniger Produkte und immer kleinere Patientengruppen verteile. Wirtschaftlich sehr lukrativ für die Unter­nehmen sei auch die Entwicklung von Orphan Drugs, für die eine jähr­liche Wachs­tums­rate von 12,3 Prozent für den Zeitraum zwischen 2019 und 2024 prognos­ti­ziert werden. Deren Marktanteil werden von 8,9 Prozent im vergangenen Jahr auf 20 Prozent im Jahr 2024 steigen. Daraus resultiert die Forderung nach einer Rück­zah­lung von Umsätzen bei wirtschaftlich sehr erfolgreichen Orphan Drugs.