IMPLICON 10 2019: Antibiotika-Resistenzen – Endzeitstimmung mit Ansage? – von Manfred Albring

Textauszug:

Weltweit beobachten Ärzte, Mikrobiologen, Gesundheitsbehörden, Regierungen und eine teilweise auch sehr verunsicherte Öffentlichkeit die zunehmende Aus­brei­tung von pathogenen Bakterien, die gegen die gängigen Antibiotika weniger empfind­lich oder sogar völlig resistent sind. Damit verstärken sich die Anzeichen, dass das heute verfügbare Arsenal von Antibiotika inzwischen seine Wirkung gegen viele Erreger von Infektionskrankheiten verliert. So könnten in naher Zukunft die Sorgen und Ängste zurückkehren, die Infektionskrankheiten in dem präantibio­tischen Zeit­alter vor 1937 auslösten. Ein vereiterter Zahn, eine Tonsilitis, eine Blasenent­zündung und infizierte Wunden nach banalen Verletzungen könnten dann zu einem lebens­bedroh­li­chen Risiko werden. Aber nicht nur Patienten mit Infektions­krank­heiten, sondern die gesamte moderne Medizin wäre in Frage gestellt. Dann wären größere opera­tive Eingriffe, Organtransplantationen, Chemotherapien und Bestrah­lun­gen ohne gleichzeitige Gabe von Antibiotika nicht mehr durchführbar. In diesem Bei­trag wollte der Autor untersuchen welche Problemfelder zu dieser bedrohlichen Situa­tion geführt haben und welche Lösungsansätze es geben könnte.