IMPLICONplus 03 2020: Digitale Gesundheitsanwendungen im staatlichen Regulierungsdickicht – Market Access als neue digitale Leitwährung – von Roger Jaeckel

Textauszug:

Mit dem Digitale Versorgungs-Gesetz (DVG) und der darauf basierenden Digitale Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) haben die Regierungskoalition und das Bundesgesundheitsministerium einen Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik eingeleitet. Erstmals erhalten GKV-Versicherte damit einen regelhaften Rechtsanspruch auf digitale Versorgungsleistungen, zunächst mit Medizinprodukten der niedrigen Risikoklassen 1 und 2a. Voraussetzung dafür, dass diese Produkte GKV-Regelleistung werden, ist die CE-Zertifizierung und ein Nutzennachweis, der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte beurteilt wird. Die jetzt erfolgten politischen Entscheidungsschritte lassen folgendes erkennen: Das BMG setzt auf Tempo und Aufholjagd bei der Digitalisierung und nicht auf eine allumfassende Strategie; der Erfolg der Digitalisierung, so die Annahme, ist entscheidend abhängig vom erlebbaren Nutzen der Digitalisierung durch Patienten; weitere Gesetzesinitiativen sind zu erwarten.