Experten raten von Honorar-Egalisierung eher ab

Die Wissenschaftliche Kommission für ein modernes Vergütungssystem, die basie­rend auf dem Koalitionsvertrag den Auftrag hatte, die Optionen einer Zusammen­füh­rung von EBM und GOÄ zu einem für Kassen- und Privatmedizin einheit­lichen Ver­gü­tungs­system zu prüfen, hat lediglich eine partielle Harmonisierung empfoh­len. Das könne beispielsweise für ein einheitliches Leistungsverzeichnis und die Bewer­tungs­relationen der Leistungen zueinander gelten, so die Wissenschaftler unter der Leitung des Bielefelder Gesundheitsökonomen Professor Wolfgang Greiner. Die Preise sollten dagegen für GKV und PKV getrennt vereinbart werden. Möglich seien auch gemeinsame Mindestqualitätsstandards. Bei einer einheitlichen Vergütung sehen die Wissenschaftler erhebliche finanzielle Verschiebungen insbesondere zu Lasten der technisch ausgerichteten Disziplinen. Nicht bewährt habe sich das Proce­dere, die GOÄ in der Regelungsform einer Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bun­des­rates fortzuentwickeln. Dies sei viel zu schwerfällig, um medizinische Inno­va­tio­nen zügig und rechtssicher in der GOÄ abzubilden. Erleichtert zeigte sich die PKV nach Vorlage des Gutachtens. Jetzt sei die Bundesregierung am Zuge, basie­rend auf gemeinsamen Vorschlägen der Bundesärztekammer, der PKV und der Bei­hilfe die GOÄ zu reformieren.