GKV-Defizit steigt auf 562 Millionen Euro

Als Folge stark steigender Ausgaben aufgrund etlicher neuer Gesetze ist das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr 2019 auf 562 Millionen Euro gestiegen. Im ersten Halbjahr 2018 hatten die Kassen noch einen Überschuss von 720 Millionen Euro verbucht. Allerdings belaufen sich die Finanzreserven ohne die Rücklagen im Gesundheitsfonds noch auf gut 20 Milliarden Euro, wie die FAZ berichtet. Von Defiziten betroffen sind alle Kassen mit Ausnahme der Knappschaft Bahn See. Das größte Minus verbuchte die Techniker Krankenkasse mit 259 Millionen Euro; ursächlich ist hier eine Senkung des Beitragssatzes, um hohe Finanzreserven abzubauen. Erstmals rutschten auch die ansonsten gut gepolsterten AOKen in die roten Zahlen, mit 67 Millionen Euro aber deutlich unterdurchschnittlich. Trotz der Aus­ga­ben­überhänge bezeichnete der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bun­des­ver­ban­des, Martin Litsch, die Finanzlage der Kassen als „äußerst robust“. Der Abbau von Reserven sei politisch gewollt. Die jüngere Entwicklung gebe allerdings einen Vorge­schmack auf die Kostenwirkungen der bereits beschlossenen Reformen, deren Volu­men bis 2022 auf 29 Milliarden Euro beziffert wird. Das entspricht in etwa den Gesamt­rücklagen bei den Kassen und im Gesundheitsfonds.