GKV-Finanzen drehen leicht ins Minus

Im ersten Halbjahr 2019 sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen um 4,7 Prozent, die Einnahmen um 3,6 Prozent gestiegen. Als Folge ist ein Defizit bei den Kassen von 544 Millionen Euro entstanden. Die Finanzreserven liegen allerdings immer noch bei 20,8 Milliarden Euro, das entspricht etwa einer Monatsausgabe. Bun­des­ge­sund­heitsminister Jens Spahn begrüßt diese Entwicklung: Zusätzliche Leistungen kämen nun bei den Versicherten an, Kassen mit hohen Reserven hätten ihre Zusatzbeiträge gesenkt. Die Reserven im Gesundheitsfonds sanken saison­be­dingt um 2,9 auf 6,8 Milliarden Euro. Sehr moderat stiegen die Ausgaben für Kran­ken­haus­be­hand­lung (plus 2,9 Prozent), die Arzneimittelausgaben stiegen um 4,9 Prozent, insbe­son­dere durch Einsatz innovativer Arzneimittel. Hohe Zuwachsraten von 13,8 Prozent wurden bei Schutzimpfungen registriert. Ebenfalls stark gestiegen sind die Ausga­ben mit Heilmittel um 13 Prozent.

Angesichts der in jüngster Zeit zu beobachtenden Tendenz zu Defiziten und insbe­son­dere vor dem Hintergrund ausgabenwirksamer Leistungsausweitungen durch das Ter­min­ser­vice- und Versorgungsgesetz sowie das Pflegepersonalstärkungs­ge­setz warn­ten Kassenchefs vor absehbar steigenden Beitragssätzen.