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IMPLICONplus 10 2009:
Alte und neue Ideen zur Finanzierung der Krankenversicherung in Deutschland von Jürgen Wasem und Susanne Staudt

Textauszug:
Das „Langfrist-Modell“ des Koalitionsvertrages: Die Beitragssatzstabilität gilt in Deutschland seit vielen Jahren als einer der wichtigsten Indikatoren für das Gelingen von Gesundheitspolitik. Aber auch seit Beginn der Kostendämpfungsmaßnahmen stieg der durchschnittliche Beitragssatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) immer weiter an: von 8 Prozent im Jahr 1970 auf bis über 15 Prozent Anfang dieses Jahres. In diesem Kontext wurde eine intensive Diskussion darüber geführt, inwieweit diese Erhöhungen nicht nur ausgabenseitig, sondern auch einnahmenseitig verursacht sind. Für die These einer auch einnahmeseitigen Verursachung wird etwa ein Vergleich des Wachstums von Leistungsausgaben der Krankenkassen, Bruttoinlandsprodukt (BIP) und beitragspflichtigen Einnahmen bei den Krankenkassen bemüht. Hier zeigt sich, dass das Wachstum von Ausgaben und Bruttoinlandsprodukt nah beieinander liegt, während das Wachstum der beitragspflichtigen Einnahmen (BPE) deutlich weniger stark ausgeprägt ist. Dem wird entgegengehalten, wenn schon ein Vergleich mit gesamtwirtschaftlichen Größen beabsichtigt werde, sei das Volkseinkommen anstelle des BIP heranzuziehen, das weniger stark gewachsen ist und insoweit näher an den beitragspflichtigen Einnahmen liegt.

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