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IMPLICON 08 2012:
Honorarpolitik ohne Konsistenz

Textauszug:
5,7 Milliarden Euro – dieser Betrag beschreibt die Differenz zwischen der Honorarforderung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem „Angebot“ des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung zur Veränderung der vertragsärztlichen Vergütung im Jahr 2013. Mit seit 2008 nicht eingepreisten Kostenentwicklungen argumentierte die KBV, mit Rationalisierungsgewinnen die GKV. Die von beiden Seiten lautstark und mit fragwürdigen Argumenten geführten Verhandlungen, die überdies noch mit halbherzigen Drohungen mit einem Arbeitskampf einer Reihe freier Ärzteverbände garniert wurde, hat vor allem den Ärzten geschadet: Angesichts einer Forderung von elf Prozent haben sie sich der Raffgier verdächtig gemacht, während das Getöse der Berufsverbände vom verarmenden Berufsstand der Praxisinhaber vor allem den Nachwuchs abschrecken dürfte, der eh wenig Lust auf die Risiken des Freiberuflers hat und die Sicherheiten des Angestellten-Daseins präferiert. Vor allem aber zeigt sich: Die KBV ist mit ihrer Honorarstrategie, die diesmal primär auf die Kostenentwicklung abgestellt hat, in eine Sackgasse geraten, unter anderem auch deshalb, weil ihr eine konsistente Honorarpolitik nicht gelingt.

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