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IMPLICON 08 2016:
Eine dürftige AMNOG-Revision

Textauszug:
Mit dem Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der GKV setzt die Bundesregierung die Ergebnisse des im April beendeten Pharmadialogs der Ministerien für Gesundheit, Wirtschaft und Forschung mit der Industrie und der Wissenschaft um. Neben Korrekturen am Arzneimittelmarktneuordnungs­ge­setz, das Anfang 2011 in Kraft getreten ist, zielt das Gesetz auf eine Fort­set­zung der Kostendämpfung in der Arzneimittelversorgung ab: durch ein bis Ende 2022 verlängertes Preismoratorium und durch eine Umsatzschwelle in Höhe von 250 Millionen Euro für Neueinführungen, ab deren Erreichen rück­wirkend der Erstattungsbetrag gelten soll. Eine weitere Neuerung ist die Einführung eines Arztinformationssystems, mit dem der Gemeinsame Bun­des­aus­schuss beauftragt werden soll. Der am 22. Juli veröffentlichte Refe­ren­ten­ent­wurf stieß bei allen Beteiligten – sowohl bei der Industrie wie auch bei den Krankenkassen – auf Kritik. Den Herstellern missfällt vor allem die Verlän­ge­rung des Preis­mo­ra­to­riums, die Krankenkassen beklagen ein unzureichendes Kos­ten­­dämp­fungs­ins­tru­men­tarium. Andererseits enthält das Gesetz aber auch – ent­spre­chend den Vereinbarungen des Pharmadialogs – Verbesserungen zur Bekämp­fung von Antibiotikaresistenzen und zur notwendigen Diagnostik bei der per­sona­lisier­ten Medizin.

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