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IMPLICON 05 2019:
Pflexit mit Nebenwirkungen – Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz in der Anwendung

Textauszug:
Nach dem nicht eingetretenen Grexit und dem Drama um den Brexit spielt sich in den Ein­ge­weiden des deutschen Gesundheitssystems seit kurzem ebenfalls ein schmerz­hafter „Exit“ ab: der Pflexit. Er bezeichnet den Prozess der Heraus­rech­nung von Pflege­kostenanteilen aus dem Fallpauschalensystem (DRG) und die Über­füh­rung der Kran­ken­hausaufwendungen für das Pflegepersonal in eine Abrech­nung, die Kran­ken­häuser und Krankenkassen nach dem Vollkosten­deckungs­prinzip abwi­ckeln müssen. Das ist das Kernstück des Pflegepersonal-Stär­kungs­gesetzes, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist und das den Krankenhäusern schon in diesem Jahr die volle Refinanzierung ihrer Pflegepersonalkosten garantiert. Damit wird ein Kosten­block von rund 15 Milliarden Euro in ein neues Abrech­nungs­system bewegt – und das ist keineswegs trivial. Was insbesondere die Krankenkassen, wohl wahr­schein­lich auch die meisten Ökonomen für die Rückkehr ins gesund­heits­öko­no­mi­sche Mittelalter halten, ist technisch äußerst kompliziert und mit ris­kan­ten Neben­wir­kun­gen behaftet: Manipulationsanfälligkeit, Fehlallo­ka­tio­nen und kontra­pro­duk­ti­ven Ausstrahlungseffekten für die ambulante Pflege und die Rehabi­lita­tion, die im Wettbewerb um knappe Pflegekräfte diskriminiert sind, weil ihnen nicht die gleichen Refinanzierungsinstrumente wie dem Krankenhaus zur Verfügung stehen.

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