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IMPLICONplus 06 2019:
Reformbedarf der akutstationären Versorgung – von Boris Augurzky

Textauszug:
Die Gesundheitspolitik steht vor einer gewaltigen Herausforderung: In den an­ste­henden 2020er-Jahren wird ein stark wachsender Bedarf an Gesundheits- und Pflege­leis­tun­gen mit einer sinkenden Zahl an erwerbstätigen Menschen zu bewältigen sein. Schon heute bremst vereinzelt der Personalengpass die Ver­sor­gung aus und die Knapp­heit an Investitionsfördermitteln führt zu einem schlei­chen­den Sub­stanz­ab­bau. Ein effizienterer Einsatz der knappen Ressourcen Perso­nal und Kapital ist nötig, um eine hochwertige Versorgung der Patienten auch künftig aufrecht erhalten zu können. Dazu müssen die Gesundheitsberufe gegen­über Berufen anderer Bran­chen attraktiver und insbesondere die Pflege gestärkt werden, allerdings nicht über Selbst­kos­ten­deckung von Personal­kos­ten. Hinzu­kom­men muss eine Inves­ti­tions­of­fen­sive zur Schaffung moderner und effi­zien­ter Kran­ken­haus­struk­turen ein­schließ­lich des Ausbaus der Digitalisierung. Weitere wichtige Ansatzpunkte sind die Schaf­fung einer sektoren­über­grei­fen­den Versorgung, die Ambulantisierung der Medizin und eine effektive Patienten­steue­rung. Um diese Herausforderungen ange­hen zu können, braucht es Inno­vations­offen­heit, Gestaltungsspielräume und unter­neh­me­rische Freiheiten sowie eine sektoren­über­grei­fende Vergütung. Neue Ver­gü­tungs­modelle wie Capitation-Modelle sollten daher erprobt werden, ins­be­son­de­re in ländlich geprägten Regionen, die sich dafür gut eignen könnten.

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