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IMPLICONplus 07 2019:
Zukunftsfähige Finanzierung und Strukturierung der Krankenhausversorgung – Herausforderungen und Chancen – von Dr. Christopher Hermann und Nadia Mussa

Textauszug:
In Deutschland fehlt eine klare Vision von Krankenhausversorgung der Zukunft. Die be­ste­hen­den Krankenhausstrukturen haben sich Mitte des letzten Jahrhunderts ent­wickelt. Medi­zini­scher und technischer Fortschritt sowie gesellschaftliche Ent­wick­lun­gen werden von den politisch verantwortlichen Akteuren nur unzureichend antizi­piert. Künftig werden Künst­liche Intelligenz, Big Data und molekulare Medizin zusätzlich erheb­liche Verän­de­run­gen bewirken. Krankenhausversorgung ist elementarer Bestandteil der Da­seins­vor­sorge und muss gestaltet werden. Dazu sind auf Bundesebene klare und verbind­li­che Qua­li­täts­kri­terien und -vorgaben notwendig. Finanzierungsinstrumente sollten die Ent­wick­lung bedarfsgerechter und qualitätsorientierter Strukturen unterstützen: Fehl­an­reize im DRG-System sind zu beseitigen, einfache und manipulationsresistente Abrech­nungs­systeme sind notwendig, Krankenkassen finanzieren künftig Behandlungserlöse, Ver­sor­gungs­for­schung und Investitionsaufwände, Neubauten werden weiterhin durch die Län­der finanziert. Die Länder müssen langfristig Planungsverantwortung übernehmen und zukunfts­gerichtete Versorgungsbedarfe ermitteln. Krankenkassen und Kranken­häu­ser benö­tigen regionalen Gestaltungsspielraum, um flexible und an die Bedürfnisse vor Ort ange­passte Strukturen zu gestalten. Dabei sollen Versorgungsketten über Sektoren­gren­zen hin­weg definiert und weiterentwickelt werden.

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