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IMPLICON 01 2010:
Mehr Schwemme als Mangel - Mythen und Fakten zur ärztlichen Versorgung

Textauszug:
Angesichts vorhandener und voraussichtlich wachsender Lücken in der ärztlichen Versorgung fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eine grundlegende Neuordnung der vertragsärztlichen Bedarfsplanung. Sie soll kleinräumiger als bislang sein, auch die ärztlichen Arbeitskapazitäten in den Krankenhäusern einbeziehen und schließlich Länder und Kommunen stärker in die Entscheidungsverantwortung für die medizinische Angebotsstruktur einer Region in die Pflicht nehmen. Die Krankenkassen sollen hingegen keine Entscheidungsbefugnisse mehr haben – im Unterschied zur gegenwärtig praktizierten Bedarfsplanung in der gemeinsamen Selbstverwaltung. Die Initiative der KBV fußt auf der in weiten Teilen der Politik und der Öffentlichkeit – mit Ausnahme der Krankenkassen – akzeptierten Annahme, es gebe Ärztemangel und dieser werde in Zukunft in bedrohlichem Ausmaß zunehmen. Am Jahresanfang sprach KBV-Chef Andreas Köhler sogar von einer „gesellschaftlichen Herausforderung“. Doch das Menetekel, das die KBV und andere Ärzteorganisationen an die Wand malen, finden weder in den Statistiken der KBV noch in denen der gemeinsamen Selbstverwaltung eine Bestätigung. Tatsächlich gibt es weit mehr Über- als Unterversorgung. Scheiden in den nächsten Jahren die besonders starken Ärzte-Jahrgänge aus der Versorgung aus, dann wäre dies lediglich eine Normalisierung des Marktes. Das Problem für viele ältere Ärzte: Ihre Praxis ist schwer verkäuflich.

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