Ruf nach Reformen zur Finanzierung der Pflegeversicherung

Vor dem Hintergrund steigender Eigenanteile Pflegebedürftiger sehen sowohl die gesetz­liche als auch die private Krankenversicherung die Notwendigkeit zu grund­le­gen­den Reformen der Pflegeversicherung – mit konträren Konzepten. Die DAK macht darauf aufmerksam, dass der Eigenanteil bei Heimunterbringung derzeit im Bun­des­durch­schnitt bei 693 Euro – mit starken regionalen Abweichen – liegt und sich bis 2045 auf 1900 Euro erhöhen könnte. Die Finanzierungslogik des Teilkasko-Modells in der Pflege müsse umgekehrt werden: Der Eigenanteil soll auf 450 Euro fest­ge­schrieben und entsprechend der Lohnentwicklung dynamisiert werden, der Rest der Pflegekosten soll der Pflegeversicherung aufgebürdet werden. Diese soll ab 2021 staat­liche Zuschüsse, beginnend mit einer Milliarde Euro zur Refinanzierung erhalten, die bis 2045 auf 18 Milliarden Euro steigen sollen. Damit soll verhindert werden, dass die Last durch Sozialabgaben auf mehr als 40 Prozent der Einkommen steigen.

Die PKV setzt dem ein durch private Vorsorge finanziertes Modell entgegen. Nur die heute Älteren – das wäre auch die Generation der Baby-Boomer – solle zusätzliche Leis­tun­gen aus der Pflegeversicherung erhalten, die jüngere nachwachsende Gene­ra­tion aber verpflichtet werden, zusätzlich privat vorzusorgen. Entsprechende Ange­bote habe die PKV in ihre Portfolio mit Prämien von unter 40 Euro für heute 35-Jäh­rige und 77 Euro für 50-Jährige. Diese Last könne mit steuerlicher Förderung gemil­dert werden. Gegenwärtig verfügen 3,7 Millionen Bundesbürger über eine private Pflege­zusatz­versicherung, 900.000 haben den Pflege-Bahr abgeschlossen.